Columbia Supremo
(CO2 – entkoffeiniert)

Röstgrad: ++   Würze: +   Säure: +   Fülle: +++   Röstzeit: ca. 13:00 Min.

Kolumbien belegt mit einem Weltmarktanteil von rund sechs Prozent Platz 3 aller kaffeeproduzierenden Länder, was insoweit beeindruckend ist, da ausschließlich der weniger ertragreiche Arabica-Pflanzentyp angebaut wird. Mittlerweile behalten die Kolumbianer jede fünfte Bohne für ihren Inlandskonsum.

Im Allgemeinen gelten Kaffees aus Kolumbien als mild und besonders körperreich. Daher eignen sie sich besondes zum Entkoffeinieren, wenn man dem Gedanken folgt, dass ein leicht reizbarer Magen gleichermaßen auf Säure wie auf Koffein reagiert. Fairerhalber wollen wir allerdings erwähnen, dass eine Beeinträchtigung der Gesundheit bei üblicher Dosierung (abhängig vom Körpergewicht bis unter 4 Tassen Kaffee oder 8 Tassen Espresso am Tag) nicht zu erwarten ist (Quelle).

Wie funktioniert nun aber die Entkoffeinierung? Neben chemischen Lösungsmitteln (Dichlormethan und Ethylacetat) gibt es auch Aktivkohlefilter (Swiss Water Process) und sog. überkritisches Kohlenstoffdioxid (CO2). Die vorher in Wasserdampf aufgequollenen Rohkaffeebohnen werden dabei extrem hohem CO2-Druck ausgesetzt. Das – bei diesem Druck flüssige – CO2 hat die Eigenschaft, ausschließlich das Koffein zu binden und so zu extrahieren. Anschließend werden die Bohnen wieder getrocknet. Der Koffeingehalt liegt dann bei unter 0,1%. Siehe auch hier und hier.

Mittlerweile forscht die halbe Welt nach Kaffeesorten mit reduziertem oder gar ganz ohne Koffeingehalt. In naher Zukunft könnte es daher möglich sein, auf den Entkoffeinierungsprozess komplett zu verzichten, weil er mutmaßlich auch erwünschte Aromen extrahiert. Diese Entwicklung darf man skeptisch sehen, denn wenn das Koffein als natürliches Insektizid in der Kaffeepflanze fehlt, müsste es wohl durch andere (chemische?) Mittel ersetzt werden.

Geschmacklich zeigt sich unser Supremo kaum anders als man es von einer Spätlese erwarten würde: mollig, saftig, süßlich, vollmundig und rund. Die Aromen reichen dabei von Nüssen und Milchschokolade bis hin zu floralen und stark fruchtigen Noten wie z.B. Orange, Kirsche und Wein, aber auch weißen Früchten. Dabei zeigt sich jede dieser Ausprägungen nur nuanciert, was den Supremo – ob nun mit Koffein oder nicht – zu einem harmonischen Top-Kaffee macht.