Peru Villa Rica BIO
Central de Productores (CEPRO) Yanesha

Röstgrad: ++   Würze: +   Säure: ++   Fülle: +++   Röstzeit: ca. 15:00 Min.

Das Land der Inka, das kulinarisch eher für die schier endlose Varietät an Kartoffelsorten bekannt wurde, hat landschaftlich alle Vorraussetzungen für idealen Kaffeeanbau: Die gebirgige Andenküste (Sierra) schottet kalte Einflüsse des Meeres weitgehend ab und erlaubt in der Hochebene (Selva) eine extreme Vielfalt an Flora und Fauna, darunter vor allem den Regenwald, der wiederum über weite Teile so dicht bewachsen ist, dass man viele Städte über Land gar nicht erreichen kann.

Immerhin führt eine asphaltierte Straße von der Hauptstadt Lima an der Küste ins Landesinnere nach Villa Rica, dem großen Umschlagplatz für Kaffee aus der Provinz Oxapampa und dem angrenzenden Chanchamayo-Tal.

In Peru lebt ein besonders hoher Anteil urtümlicher Ethnien – nur rund 20% aller Einwohner stammen nicht ursprünglich aus Peru, sondern aus Europa, Afrika oder Asien. Den größten Anteil bilden die Quechua, deren Sprache zugleich die erste Amtssprache des Landes bildet (noch vor Spanisch).

Insoweit ist es auch nicht verwunderlich, dass unser Kaffee auch von einem indigenen Volk bewirtschaftet, geerntet und aufbereitet wird: den Yanesha. Diese haben in Villa Rica eine Genossenschaft aus aktuell rund 200 Mitgliedern gegründet, von denen jedes durchschnittlich nur zwei Hektar Land bewirtschaftet – viel zu wenig, um den Export von einem Bauern allein zu rechtfertigen, doch zusammen beträgt die Jahresernte rund 280 Sack Kaffee zu 69 kg. Auf diese Weise erlangen die sonst komplett abgeschotteten Einwohner Zugang zum Weltmarkt und damit zu Einkommen.

Ein wichtiger Bestandteil der genossenschaftlichen Prägung ist die ständige (Weiter-)Bildung der Mitglieder. Innerhalb weniger Jahre haben die Yanesha die Qualität ihres Rohkaffees immens gesteigert. Noch um 2010 herum haben Kaffees aus Villa Rica keine nennenswerten Preise auf dem Weltmarkt erzielen können. Das hat sich komplett gedreht. Heute kommen Spitzenqualitäten auf den Markt, die mitunter schwerer zu bekommen sind als echte Klassiker mit großem Namen und langer Geschichte.

Darüber hinaus freut uns natürlich, dass unser CEPRO Yanesha bio-zertifiziert ist, und zwar nach europäischen Standards (PE-BIO-123).

Geschmacklich zeigt sich unser Peru ungemein fein, delikat und elegant. Sein Körper ist so weich wie bei fast keinem anderen Kaffee und schmeichelt dem Gaumen entsprechend. Aromatisch bleibt er dabei eher subtil, nahezu mild. Am ehesten lassen sich ganz säurearme, tropische Früchte ausmachen wie vielleicht Bananen, Kokosnuss oder Tamarinden. Die ungeheure Ausgewogenheit macht es aber schwer, eindeutige Aromen zu identifizieren. Das alles macht eine Tasse Peru zu einem runden Erlebnis.

Link: Offizielle Vorstellung des Projekts